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02.12.2016 10:34

USA - nach den Wahlen

USA-Experten bei Veranstaltung im Zentrum Altenberg blicken sorgenvoll auf den zukünftigen US-Präsidenten Trump, behalten aber ihren Optimismus

 
© Barbara Kröger


Dem nass-kalten Dezemberwetter zum Trotz haben sich am gestrigen Abend (Donnerstag, 01. Dezember 2016, 19:00 Uhr) knapp 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger in die Schlosserei des Zentrums Altenberg eingefunden, um sich noch einmal ausführlich mit den letzten US-Wahlen zu beschäftigen, nach deren Ergebnis mit Donald Trump doch tatsächlich – und zum Unverständnis auch vieler Bürgerinnen und Bürger in Oberhausen (die WAZ berichtete) – jemand in das Weiße Haus einziehen wird, der sich in seinem Wahlkampf insbesondere mit Beleidigungen und populistischen Äußerungen hervorgetan hat.

Auf Einladung von Volkshochschule, Arbeit und Leben DGB/VHS Oberhausen sowie der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, Regionalbüro NRW, war mit Michael R. Keller, dem Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika, einer der höchsten diplomatischen Vertreter der USA zu Gast in Oberhausen.
Unter dem Motto „Die USA kurz nach den Wahlen - Rückblick, Einblick, Ausblick“ gab der Generalkonsul an diesem Abend einen kompakten und fundierten Überblick zur aktuellen Situation und beschrieb die Stimmungslage in den USA. Keller verdeutlichte noch einmal, dass es sich bei den USA um ein tief gespaltenes Land handele und dass Gefühle und Empfindungen offenbar ausschlaggebender bei der Wahlentscheidung waren als Fakten. Denn was die nackten Zahlen wie Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit betrifft, so stünden die USA nach Einschätzung von Keller „so gut da wie lange nicht“. Den Impuls des Generalkonsuls griffen die weiteren Gäste auf dem Podium jedenfalls gerne auf und es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion mit Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche, USA-Expertin an der Universität Bonn sowie Anja Bröker, Fernsehjournalistin des ARD Morgenmagazins.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Michael Krons, Leitender Redakteur bei Phoenix / ZDF, welcher auch noch einmal anschaulich beschrieb wie sehr er und seine journalistischen Kollegen in der Wahlnacht vom Erfolg Trumps überrascht wurden. „Die Wahl war ein Paukenschlag. Das hatte niemand kommen sehen.“ So seine Einschätzung.

Doch wie geht es nun weiter mit Trump und den USA? Während Generalkonsul Keller stets betonte, Amerikaner seien ja schon von Natur aus Optimisten und man müsse Trump eine Chance geben, forderte die Journalistin Anja Bröker weiterhin eine kritische mediale und öffentliche Auseinandersetzung mit Trump ein, welche ihn vor allem über Fakten und Sachfragen stellen müsse. Die USA-Expertin Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche, mahnte an vor allem auch Trumps neue „Regierungsmannschaft“ und seine Unterstützer noch einmal kritischer zu beleuchten. Insbesondere in Trumps direktem Umfeld sieht sie die größte Gefahr für eine zunehmend anti-liberal ausgerichtete Politik, welche den Boden für einen Wertewandel in den USA bereiten könne. Diese Sorgen und Ängste wurden auch in der Fragerunde und Diskussion mit den Bürgerinnen und Bürgern geteilt. So brachte ein junger Teilnehmer konkret seine Sorge um die Situation und die Rechte von Homosexuellen in den USA zum Ausdruck. Eine vollständige Entwarnung konnten hier die Experten auf dem Podium nicht geben, wenngleich es derzeitig aber auch keine konkreten Anzeichen für eine Verschlechterung der Situation gebe.

An diesem Abend wurde deutlich, dass sich in den USA mit der Wahl Trumps einiges ändern wird. Doch wohin die USA genau steuern werden, ist zu diesem Zeitpunkt noch völlig offen. Bei allen anstehenden Veränderungen, die immer auch mit einem neuen Präsidenten einhergehen, hob Michael Keller noch einmal die besonderen Beziehungen der USA und Deutschland hervor, die sich vor allem über die vielfältigen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen im alltäglichen Leben der Menschen manifestieren. „Diese Verbindungen sind bereits über viele Jahrzehnte gewachsten und werden täglich gelebt, unabhängig davon, wer gerade an der Spitze der jeweiligen Regierung steht.“ Damit endete ein spannender und erkenntnisreicher Abend, der viele Fragen beantwortete, aber mindestens ebenso viele neue Fragen aufwarf. 

 

 

 

 

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